Die Förderung der Jugendverbandsarbeit wird seit dem 1.Januar 2010 wieder vom Landkreis Göttingen wahrgenommen.
Durch Vereinbarung ist die Förderung dem Jugendring Harzland übertragen worden.
 
Anfragen und Anträge sind zu richten an den
Jugendring Harzland im Landkreis Göttingen
z. H. Frau Silke Mursal-Dicty
Johannistorstr. 2, 37520 Osterode am Harz
 
Beratung  : Nach telefonischer Vereinbarung
 
Telefonisch erreichbar unter  016096813185
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 Richtlinien

des Landkreises Göttingen

zur Förderung der Jugendverbandsarbeit

vom 30. November 2009

Das Sozialgesetzbuch Achtes Buch (SGB VIII) (Kinder- und Jugendhilfe) stellt die Förderung der Entwicklung  und die Erziehung junger Menschen zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit als wesentlichen Auftrag heraus (§1 SGB VIII). Dazu sollen jungen Menschen Angebote der Jugendarbeit zur Verfügung gestellt werden, die an ihren Interessen anknüpfen und von ihnen mitbestimmt und mitgestaltet werden, sie zur Selbstbestimmung befähigen und zu gesellschaftlicher Mitverantwortung und sozialem Engagement anregen und hinführen (§11 Abs.1). Die öffentliche Jugendhilfe soll dabei mit der freien Jugendhilfe zum Wohl junger Menschen und ihrer Familien partnerschaftlich zusammenarbeiten und sie fördern (§4). Ziel der Jugendarbeit ist es, junge Menschen dabei zu unterstützen, mündige, selbstverantwortliche und politisch aktive Bürger in unserem Gemeinwesen zu werden.

Jugendarbeit wird angeboten von Verbänden, Gruppen und Initiativen der Jugend, von anderen Trägern der Jugendarbeit und den Trägern der öffentlichen Jugendhilfe (§11 Abs. 2). Jugendverbänden und Jugendgruppen kommt dabei eine besondere Aufgabe zu (§12).

Der Landkreis Göttingen fördert im Rahmen der zur Verfügung stehenden Haushaltsmittel die Jugendverbandsarbeit nach Maßgabe der §§ 11, 12 und 74 SGB VIII. Die Durchführung der Förderung wird dem Jugendring Harzland im Landkreis Göttingen e.V. übertragen. Näheres regelt eine Vereinbarung.

§ 1

 

Antrags- und Zuschussberechtigung

(1) Antragsberechtigt sind grundsätzlich alle TrägerInnen der freien Jugendhilfe, die nach  § 75 SGB VIII anerkannt sind und ihren Wirkungsbereich  im Landkreis Göttingen haben. Eine Liste aller förderberechtigten TrägerInnen liegt zur Einsicht in der Kreisjugendpflege bereit.

(2) Personenbezogene Zuschüsse erhalten nur Kinder, Jugendliche und junge Leute, die ihren Wohnsitz im Landkreis Göttingen haben. BetreuerInnen können ihren Wohnsitz auch außerhalb des Landkreises haben.

(3) Jugendarbeit ist gekennzeichnet durch das Freiwilligkeitsprinzip.

Nicht gefördert werden deshalb Schulfahrten und Maßnahmen, die von vorneherein auf einen bestimmten Personenkreis festgelegt sind und ausschließlich verbandsspezifischen Zielen dienen. Dazu gehören z.B. Wettkämpfe, Turniere, Meisterschaften, leistungssportliche Veranstaltungen, Konfirmandenfreizeiten, Berufswettkämpfe u.ä. . Die Regelungen des § 5 bleiben davon unberührt.

§2

 

Außerschulische Jugendbildung

(1) Bildungsarbeit im Rahmen der Kinder- und Jugendarbeit ist gekennzeichnet von einem breiten,  umfassenden Selbstverständnis, in dem vor allem der junge Mensch im Mittelpunkt steht. Es geht dabei zuallererst um die Entwicklung seiner Persönlichkeit bezogen auf alle Lebens- und Handlungsfelder und damit letztlich auch um Vermittlung von Kompetenzen, Fähigkeiten und Qualifikationen.

(2) Fördervoraussetzungen:

a) Kurse, Lehrgänge und Seminare haben eine Dauer von 2 - 10Tagen,

b) pro Jahr und pro TrägerIn bis zu 2 Tagesveranstaltungen,

c) die TeilnehmerInnen sind zwischen12 Jahre und 27 Jahre alt; 

     BetreuerInnen können auch über 27 Jahre alt sein,

d) die tägliche Bildungsarbeit umfasst mindestens 6 Stunden, an Wochenenden 

    (Freitag bis  Sonntag)  mindestens 8 Stunden,

e) An- und Abreisetag rechnen zusammen nur als ein Zuschusstag; sie sind 

     als 2 Zuschusstage zu berücksichtigen, wenn die Bildungsmaßnahme am ersten 

     Tag vor 12.oo Uhr beginnt und am letzten Tag frühestens um 16.oo Uhr endet,

f) die Bildungsmaßnahmen haben mindestens 10 TeilnehmerInnen und

   höchstens 40 Personen,

g) Förderungsantrag mit Anwesenheitsnachweis, TeilnehmerInnenliste sowie

     Programmrahmenplan,

h) 8,00 € Förderbetrag pro Tag und TeilnehmerIn.

§3

 

Kinder- und Jugenderholung

(1) Erholungsangebote der Jugendverbandsarbeit sind werteorientiert. Außer der Erholung sollen Kinder und Jugendliche darin unterstützt werden, ihren eigenen Platz in der Gesellschaft zu finden und sich kritisch mit sich selbst und anderen auseinander zu setzen.

(2) Fördervoraussetzungen:

a) Freizeiten, Fahrten und Lager haben eine Dauer von 2 - 21 Tagen,

b) die TeilnehmerInnen sind zwischen 6 Jahre und 27 Jahre alt;

     BetreuerInnen können auch über 27 Jahre alt sein,

c) An- und Abreisetag gelten jeweils als  ein Zuschusstag,

d) die Freizeitmaßnahmen haben mindestens 5 TeilnehmerInnen,

         e) Förderungsantrag mit Anwesenheitsnachweis, eine TeilnehmerInnenliste  

    sowie Ausschreibung der Freizeit,

f)  4,00 € Förderbetrag pro Tag und TeilnehmerIn für Inlandsmaßnahmen,

    5,00 € Förderbetrag pro Tag und TeilnehmerIn für Auslandsmaßnahmen.

§4

 

Internationale Jugendbegegnung

(1) Bei einer Internationalen Jugendbegegnung stehen das gegenseitige Kennenlernen und der interkulturelle Austausch im Vordergrund. Es geht darum, im unmittelbaren Umgang miteinander eventuelle bestehende Vorurteile gegenüber anderen Ländern und Kulturkreisen abzubauen und somit zur Völkerverständigung beizutragen.

(2) Fördervoraussetzungen:


a) Begegnungen im Ausland haben eine Dauer von 7 - 21 Tagen und

    Gegenbesuche ebenfalls, die vorwiegend im Landkreis Osterode stattfinden,

b) die TeilnehmerInnen sind zwischen 14 Jahre und 27 Jahre alt; 

     BetreuerInnen können auch über 27 Jahre alt sein,

c) An- und Abreisetag gelten jeweils als ein Zuschusstag,

d) die Maßnahmen haben mindestens 10 TeilnehmerInnen und höchstens 50
     Personen,

e) Förderungsantrag mit Anwesenheitsnachweis, TeilnehmerInnenliste 

    sowie Rahmenplan der Begegnung,

f)  6,00 € Förderbetrag pro Tag und TeilnehmerIn.

§5

 

Verbandsinterne Projekte

(1) Projekte sind zeitlich befristet und ein besonderes Angebot innerhalb der bekannten Verbandsarbeit. Die Projektarbeit ermöglicht Jugendverbänden auf die beständigen gesellschaftlichen Herausforderungen kurzfristig zu reagieren. Dies beinhaltet veränderte Angebotsstrukturen und Angebotsformen in der Jugendarbeit.

 

(2) Projekte in diesem Sinne sind kulturelle Veranstaltungen (Musik, Theater, Film,    

Kleinkunst, usw.), Aktionen zu jugendpolitischen und gesellschaftlich relevanten 

Themen (Anti-Gewalt, Anti-Rechtsradikal, Wahlen, usw.) und verbandsspezifische

Sonderveranstaltungen (Jubiläum, Fachtage, usw.). In Zweifelsfällen entscheidet der Vorstand des Kreisjugendringes über die Zulassung eines Projektantrages.

(3) Fördervoraussetzungen:

a) Förderung pro Ortsverband von jährlich bis zu 2 Projekten,

b) Projektantrag mit:

    1. Kurzbeschreibung des Projektes mit Ziel und geplantem Verlauf,

    2. Einfacher Finanzierungsplan mit Ausgaben und Einnahmen,

    3. Rechtsverbindliche Erklärung,

c) Förderung pro Projekt mit 1/3 der Gesamtkosten, höchstens jedoch 500,00 €.

§6

 

Anschaffung von Sachmitteln

(1) Freie Träger der Kinder- und Jugendarbeit  müssen über notwendige Geräte, technische und sonstige Geräte, Hilfsmittel und Arbeitsmaterialien verfügen, um eine sinnvolle pädagogische Arbeit gewährleisten zu können.

(2) Sachmittel in diesem Sinne sind nicht Instrumente musiktreibender Verbände, Sportgeräte sporttreibender Verbände sowie Verbrauchsmaterial und Bekleidung. In Zweifelsfällen entscheidet der Vorstand des Kreisjugendringes über die Zulassung eines Zuschussantrages.

(3) Fördervoraussetzungen:

a) Pro TrägerIn jährlich bis zu 2 Anschaffungen,

b) Zuschussantrag mit:

     1. Kurzbeschreibung der Aktivität, für die die Anschaffung vorgesehen ist,

     2. Einfacher Finanzierungsplan mit Ausgaben und Einnahmen,

     3. Rechtsverbindliche Erklärung.

c) Förderung pro Anschaffung mit 1/3 der Gesamtkosten, höchstens jedoch 300,00 €.

§7

 

Antragsverfahren

(1) Das Verfahren zu § 2 Außerschulische Jugendbildung, § 3 Kinder- und Jugend-erholung, § 4 Internationale Jugendbegegnung und § 5 Verbandsinterne Projekte wird wie folgt geregelt:

a) Anträge für Maßnahmen bis einschließlich der Sommerferien sind bis zum 1. März 

    des Jahres, Anträge für den Rest des Jahres sind bis zum1. September zu stellen,

    Anträge sind mindestens 4 Wochen vor Beginn einer Maßnahme zu stellen. Eine nachträgliche Bezuschussung ist nicht möglich.

b) Verwendung der vorgesehenen Formblätter,

         c) Bescheiderteilung an AntragstellerIn,

d) Abrechnung der Maßnahme spätestens 8 Wochen nach deren Beendigung,

e) bei Abrechnungen nach § 2 und § 3 Vorlage des Anwesenheitsnachweises, der 

    unterschriebenen TeilnehmerInnenliste sowie des Programmrahmenplans,

f) bei Abrechnungen nach § 4 Vorlage des Anwesenheitsnachweises, der
   unterschriebenen TeilnehmerInnenliste sowie des Rahmenplans der Begegnung,

g) bei Abrechnungen nach § 5 Vorlage der rechtsverbindlichen Erklärung,

h) Überweisung des Zuschusses erfolgt erst nach Vorlage der Abrechnung.

(2) Zu § 6 Anschaffung von Sachmitteln wird das Verfahren wie folgt geregelt:

a) Zuschussanträge für Anschaffungen bis einschließlich der Sommerferien sind bis 

    zum 1.März des Jahres, Zuschussanträge für den Rest des Jahres sind bis zum
    1.September zu stellen,

    Anträge sind mindestens 4 Wochen vor Beginn einer Maßnahme zu stellen. Eine nachträgliche Bezuschussung ist nicht möglich.

b) Verwendung der vorgesehenen Formblätter,

c) Bescheiderteilung an AntragstellerIn,

d) Abrechnung der Anschaffung spätestens 8 Wochen nach Kauf,

e) Vorlage mit Belegen und einer rechtsverbindlichen Erklärung,

f) Überweisung des Zuschusses erfolgt erst nach Vorlage der Abrechnung.

§ 8

 

Allgemeines

(1) Die AntragsstellerInnen sind verpflichtet, alle anderen staatlichen Förderungsmöglichkeiten vorrangig auszuschöpfen. Zuschüsse dieser Stellen werden in voller Höhe angerechnet.

(2) Die AntragsstellerInnen sind weiter verpflichtet, jede Änderung ihres Vorhabens und Antrages rechtzeitig mitzuteilen.

§ 9

 

Inkrafttreten

Diese Richtlinie tritt am 01.01.2010 in Kraft.

Osterode am Harz,

Landkreis Osterode am Harz

Der Landrat

gez.

Bernhard Reuter