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Vollversammlung des Jugendrings

22. Januar 2019

Von Kerstin Pfeffer-Schleicher

Osterode. Nach 29 Jahren legte Ar­min Günther auf der Vollversamm­lung des Jugendrings Harzland, wie vor zwei Jahren angekündigt, sein Amt als Vorsitzender nieder. Um die Aufgabenfülle des Vorsitzes auf mehrere Schultern zu verteilen, be­schloss der Jugendring einstimmig eine Satzungsänderung, der zufolge der Vorstand ein Team aus gleich Verantwortlichen bildet.

Der Vorstand habe diesen Vor­schlag erarbeitet, da kein Nachfol­ger gefunden werden konnte, er­klärte Günther. ,,Unter anderem weil niemand bereit war, so viel Zeit zu investieren, um den Arbeitsum­fang eines Vorsitzenden zu bewälti­gen." Künftig besteht der Vorstand nach Paragraph 26 des BGB aus einem Team von drei Vorstandsmit­gliedern und dem Kassenwart sowie einem erweiterten Vorstand mit drei Personen.

Dadurch stehe es dem Vorstand frei, die Aufgaben unter den Mitglie­dern aufzuteilen, erläuterte Burk­hard Brömme. ,,Das könnte auch ein Modell für andere Vereine sein, die ähnliche Probleme haben", er­gänzte Vorstandskollegin Silke Mursal-Dicty. Armin Günther wur­de für seinen jahrzehntelangen Ein­satz als Vorsitzender, der die Ju­gendarbeit im Altkreis Osterode und jetzt im neuen Landkreis Göt­tingen geprägt habe, von Kreisrat Marcel Riethig und dem Jugend­ring-Vorstand gewürdigt.

Jugendring steht finanzielle Grundla­ge zur Verfügung

In seinem Rechenschaftsbericht ging der scheidende Vorsitzende auf die seit diesem Jahr geltende neue Regelung zur Vergabe der Förder­mittel für die Jugendverbandsarbeit ein, die mit dem Landkreis ge­schlossen wurde. Den Jugendrin­gen stehe damit eine finanzielle Grundlage mit planbaren und jähr­lich ansteigenden Summen zur Ver­fügung. Danach gibt es laut Gün­ther Vergünstigungen für Jugendlei­ter, gefördert werden zudem unter anderem Freizeiten von Jugendver­bänden, Teilnehmer aus einkom­mensschwachen Familien, Interna­tionale Jugendbegegnungen, Semi­nare und Bildungsmaßnahmen so­wie besondere Projekte.

Die Vorsitzende des Jugendhilfe­ausschusses, Sigrid Jacobi, betonte in ihrem Grußwort, dass der Kreis­ausschuss die wertvolle Arbeit der Jugendringe unterstützen wolle und die finanzielle Förderung als Pflichtaufgabe ansehe.

Kreisjugendpfleger Peter Dzimal­le überreichte als Juryvorsitzender die Jugendarbeitsförderpreise, die für besondere Projekte verliehen werden. 500 Euro für den ersten Platz erhielt die Evangelische Ju­gend für den iChor, der mit einhei­mischen und geflüchteten Jugendli­chen gegründet wurde. Den zwei­ten, mit 300 Euro dotierten Platz be­legte die Jugendinitiative Bad Sach­sa mit Diversity Rock, einem von Ju­gendlichen selbstständig organisierten Konzert. Mit 200 Euro wurde der Verein Gleich Stark für das Projekt „Der Wolf und seine Rückkehr", das sich mit der Rolle des Wolfs in der Lebenswelt von Ju­gendlichen auseinandersetzt, auf dem dritten Platz ausgezeichnet.

Fördermittel für Projekte gegen Ext­remismus

Über das Bundesprogramm „De­mokratie leben" berichteten Qen­dresa Kastrati und Nermin Güro­cak von der lokalen Koordinie­rungs- und Fachstelle. Sie wiesen darauf hin, dass wieder Fördermit­tel für Projekte bereitstehen, die sich gegen Extremismus richten und zur Prävention beitragen. Die Fachstelle stehe für Beratungen und Hilfe bei der Antragstellung bereit. Als Mitgliedsverband stellte die Evangelische Jugend ihre Aktivitä­ten vor. Für musikalische Unterhal­tung sorgte die Band Kwerbeat.

Günther freute sich über die gro­ße Teilnehmerzahl der Versamm­lung, die zeige, dass die Arbeit des Jugendrings als Dachverband für die Interessen der Mitglieder wert­geschätzt werde. Weil der Saal im Osteroder Haus der Jugend belegt war, tagte der Jugendring erstmals im Martin-Luther- Haus der evange­lischen Gemeinde in Herzberg. Er versicherte jedoch, dass die Vollver­sammlung nächstes Jahr wieder an ihrem angestammten Platz stattfin­den wird.

Bei den Wahlen wurden gemäß der neuen Satzung Sabrina Kohl­rausch, Burkhard Brömme und Moritz Dicty als BGB-Vorstand er­nannt. Kassenwart bleibt Heiko Wille. Den erweiterten Vorstand bil­den Silke Mursal-Dicty, Sven Lud­wig und Christian Grzesinski.

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